Startschuss für Schanbacher Ortskernsanierung

AICHWALD: Engere Ortseinfahrt und Kreisel – Diskussion um Bushaltestelle

Nach intensiver Diskussion hat der Aichwalder Gemeinderat das Konzept für die Sanierung der Schanbacher Ortsmitte beschlossen. Damit beginnt 2008 der erste Abschnitt mit der Umgestaltung der Aichschießer Straße. Neben deren Verengung sind der Bau eines Kreisels, Baumpflanzungen sowie diverse Platzgestaltungen vorgesehen.

Von Gesa von Leesen

Kosten wird das laut den Planern von der Stadtentwicklung Südwest (Steg) etwa 450 000 Euro, davon muss die Gemeinde 210 000 Euro zahlen, den Rest trägt das Land. Ziel ist es, „die Durchgangsstraße zu einer Innerortsstraße“ zu machen, die „zu langsamen, aufmerksamen Fahren anregt“, erläuterte Wolfgang Kuhn von der Steg. Dazu soll die Aichschießer Straße verengt werden, breitere Fuß- und Fahrradwege angelegt werden und an der Einmündung Krummhardter Straße ein Kreisel entstehen. Soweit gingen alle Gemeinderäte mit. Der Plan der Steg, kurz hinter der Mörikestraße den Bus auf der Straße halten zu lassen anstatt in einer Bucht, erregte jedoch manches Gemüt. Siegfried Beck (Freie Wähler): „Dann steht man da hinter dem Bus zwei oder drei Minuten, dann drückt einer die Ampel und man steht vier Minuten. Da ist auch wegen der Emissionen nicht gut.“ Ihm schloss sich Ursula Schäfter (SPD) an: „Das ist ein Schritt zurück.“ Der CDU-Fraktionsvorsitzende Volker Haug meinte: „Ich sage dazu Stau.“ Vieles fände er an dem Konzept gut, aber nicht alles. So plant die Steg mehrere Treffpunkte: Kleinere Grünanlagen oder Parkplätze sollen durch Bänke, Bäume, neues Pflaster zum Verweilen oder zu Aktionen einladen. Für Haug „städtebaulicher Firlefanz“ und für Monika Salzburger (Grüne) „zu viele Flächen, die keinen Sinn haben und zu viel Geld kosten“. Bürgermeister Nicolas Fink (SPD) erinnerte ans Jugendforum, bei dem der Wunsch nach mehr öffentlichen Treffpunkten geäußert worden war und warb um Zustimmung: „Das ist ein Gesamtkonzept.“ Später könne man diskutieren, wie man einzelne Ecken gestalte. Er erinnerte daran, dass sich der Gemeinderat bereits zum vierten Mal mit dem Konzept beschäftige. Fink: „Wir waren uns doch schon mal einig.“ In anderen Kommunen sei es überhaupt kein Problem, wenn der Bus mal auf der Straße halte. „Es geht nicht darum, die Umgebung den Autofahrern anzupassen. Die Autofahrer müssen sich der Umgebung anpassen. Wir wollen Gleichberechtigung für alle Verkehrsteilnehmer.“ Unterstützt wurde er von Albert Kamm (Freie Wähler): „Heute ist die Ortsdurchfahrt fast eine Formel-1-Strecke. Das wird ganz anders und das ist nicht nachteilig. Außerdem schaffen wir wichtigen Parkraum.“ Auch Hans-Ulrich Richter (SPD) steht hinter dem Konzept: „Wenn ich den Menschen vor Ort mehr Gewicht geben will, kann ich nicht die Autofahrer fördern.“ Schließlich stimmten 13 Räte mit Ja. Günter Maier (Freie Wähler) und Ursula Schäfter (SPD) stimmten dagegen und die beiden Grünen-Rätinnen enthielten sich. Bürgermeister Fink war erleichtert: „Da kann etwas richtig Gutes entstehen.“



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